Arbeiten auf Flachdächern

Gepostet am 11. Okt 2018 in Arbeitssicherheit

Arbeiten an Lichtkuppeln, Lichtbändern etc.

Dächer werden heutzutage nicht nur zur Installation von technischen oder baulichen Einrichtungen genutzt, sondern auch zunehmend für Solaranlagen, Photovoltaik oder Begrünungen.

Somit sind regelmäßige Arbeiten auf Dächern durchzuführen.

Neben der Gefahr des Absturzes vom Rand des Daches, besteht dabei auch das Risiko, durch Lichtkuppeln, Lichtbändern, Lichtplatten oder durch sonstige, nicht tragfähige Bauteile zu stürzen.

„Unterlage für spätere Arbeiten“

Als „Unterlage für spätere Arbeiten“ bezeichnet man Planungsunterlagen, welche die Gefährdungen, die sich aus dem späteren Betrieb, der Reparatur oder der Wartung dieser Anlage ergeben.

Diese müssen bereits während der Planung eines Gebäudes erstellt werden.

Damit werden durch den Planer Festlegungen gegen Durchsturz getroffen und dokumentiert.

Die „Unterlage für spätere Arbeiten“ ist Teil der Planungsarbeiten zum jeweiligen Projekt.

Die Verantwortung für die „Unterlage für spätere Arbeiten“ obliegt aber dem Bauherrn.

Ziel der Unterlage für spätere Arbeiten ist es, den Beteiligten notwendige Informationen bereitzustellen, damit diese zum Beispiel Instandhaltungsarbeiten sicher planen und auch durchführen können.

Bautechnische Maßnahmen

Befinden sich Verkehrswege und Arbeitsplätze im Gefahrenbereich < 2m von Lichtkuppeln, Lichtplatten oder Lichtbändern, müssen Umwehrungen oder feste Absperrungen Durchstürze verhindern.

Es gibt aber noch weitere bautechnische Maßnahmen um Oberlichter dauerhaft durchsturzsicher auszurüsten. Der Vorteil liegt daran, dass sie bereits während der Rohbauphase wirksam sein können.

Bei der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung für solche Arbeiten, kann die „Unterlage für spätere Arbeiten“ eine wertvolle Unterstützung sein.

Wir unterscheiden zwischen

  • nicht durchtrittsicheren Dacheindeckungen

und

  • nicht durchtrittsicheren Bauteilen 

Nicht durchtrittsichere Dacheindeckungen

Hierzu gehören z.B. Faserzementdächer, nicht begehbare Profilbleche oder leichte Holzverschalungen.

Vor Ausführung von Arbeiten sind entweder lastverteilende Beläge oder Schutznetze zu installieren.

Als sichere Verkehrswege eignen sich tragfähige Laufstege, die mindestens 50cm breit und beidseitig mit Umwehrungen versehen sind.

Nicht durchtrittsichere Bauteile

Lichtkuppeln, Lichtbänder etc. sind grundsätzlich NICHT DURCHTRITTSICHER.

Sie bestehen aus Kunststoffen wie Acryl, Polycarbonat oder PVC.

Die UV-Strahlung und andere Umwelteinflüsse beeinträchtigen die Elastizität dieser Kunststoffe und mindern die Tragfähigkeit.

Daher besteht eine Durchsturzsicherheit bei diesen Bauteilen in der Regel nur für die Zeit bis max. 1 JAHR nach Einbau.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Verbund-Sicherheitsglas

Verbund-Sicherheitsglas in Flachdächern bietet eine hohe Durchsturzsicherheit, ohne dass zusätzliche Bauteile den Lichtdurchlass stören.

Überdeckungen

Eine zum Bauteil gehörende außenliegende, vollflächige Abdeckung des Oberlichtes (z.B. Gitter, gelochte Bleche) gewährleistet bietet neben der Durchsturzsicherheit auch einen Hagelschutz.

Bei diesen Systemen wird der Durchsturz tatsächlich verhindert.

Müssen die Oberlichter aber geöffnet werden, muss oftmals das Schutzsystem demontiert werden.

In diesem Fall müssen weitere Schutzmaßnahmen gegen Absturz getroffen werden.

Unterspannungen

Häufig werden unterhalb von Lichtkuppeln oder Lichtbändern etc., vollflächige Gitter- oder Netzkonstruktionen aus Stahl montiert.

Der Vorteil dieser Unterspannungen liegt darin, dass sie bei geschlossenen UND bei geöffneten Oberlichtern wirksam sind.

Nachteilig ist hingegen, dass sie bei einem Dachsturz diesen nicht komplett ausschließen, sondern die Person nur auffangen.

Geltende Informationen/Vorschriften zu diesem Thema sind:

  • Arbeitsstättenverordnung
  • ASR A2.1
  • ASR A1.6
  • DIN 4426
  • RAB 32

Eine unfallfreie Zeit wünscht

E N V I L E X

Arbeitssicherheit-Umwelt

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