Asbestsanierung

Gepostet am 11. Dez 2012 in Umwelt

ASBEST und seine Nachwirkungen

Obwohl die krebserzeugende Wirkung von Asbest schon seit langem bekannt ist, wurde dieses Material bis Mitte der 80er Jahre vor allem als Baumaterial häufig verwendet.

Technische Eigenschaften

Asbest hat viele hervorragende technische Eigenschaften wie

  • reissfest
  • nicht brennbar
  • hitzebeständig
  • fäulnisbeständig

Aufgrund dieser Eigenschaften wurde Asbest gerne in vielen Bereichen an und in Gebäuden eingesetzt.

 

Einsatzbereiche

Noch Heute finden wir im Alltag diese Materialien

  • als Verkleidung an unseren Balkonen oder an Hauswänden
  • in Dachplatten (z.B. als Welleternit)
  • in Fassadenplatten
  • als Dämmung und Auskleidung bei Nachtspeicheröfen
  • in Bodenplatten (sog. Flexplatten) und in Rohren
  • in Fensterbrettern, Blumenkübeln und sogar in Tischtennisplatten
  • in den Dichtungen bei Brandschutztüren und in Entlüftungsklappen
  • in Deckenplatten
  • selbst in Haushaltsgeräten wie Toastern oder in Haartrocknern wurde zeitweise Asbest als Isolierung verbaut

 

Gefahren durch Asbest

Asbest zerfasert leicht bei der Bearbeitung und Verwitterung. Dabei können sich kleinste Fasermengen in den Atemwegen festsetzen.

Dass diese Fasern Krebs in Lunge, Bronchien und Rippenfell auslösen können, ist nachgewiesen!

Diese Gefahr hat auch der Gesetzgeber erkannt und den Einsatz von Asbest im Laufe der Zeit immer mehr eingeschränkt.

Als weiteren Schritt in die richtige Richtung wurden Vorschriften und Richtlinien für die Demontage und für die Entsorgung asbesthaltiger Abfälle verabschiedet.

 

Gesetzliche Regelungen

So sind asbesthaltige Abfälle eindeutig als „gefährliche Abfälle“ eingestuft worden. Eine Ausnahme gibt es hier nicht.

Auch für die Demontage von asbesthaltigen Abfällen ist der Nachweis der Sachkunde nach TRGS 519 („Technischen Regeln für GefahrenStoffe“) vorgeschrieben!

Wenn der Verdacht besteht, dass ein Bodenbelag, eine Dichtung, eine Verkleidung oder ein Welleternitdach aus Asbest bestehen könnte, wird im Zweifelsfall eine Analyse durch ein anerkanntes Büro erforderlich sein.

Durch unsachgemäße Entfernung oder Abbau asbesthaltiger Materialien können die krebserregenden Fasern freigesetzt werden.

Bitte bauen Sie kein Asbest selbst ab!

 

Wohin damit, wenn Sie Renovieren, Abreissen oder Sanieren?

1. Kleinmengen aus privaten Haushalten

Kleinmengen wie z.B. einzelne Asbestzement-Platten, Fensterbänke oder Blumenkästen dürfen keinesfalls als Bauschutt oder in die Restabfalltonne entsorgt werden.

Bitte erkundigen Sie sich bei der örtlichen Deponie oder bei der für Ihren Landkreis zuständigen Abfallberatung über die Möglichkeit der Abgabe. Meist können Kleinmengen problemlos bei der nächsten Deponie oder Annahmestelle abgegeben werden.

 Die Demontage von asbesthaltigen Bauteilen wie z.B. Welleternitdächern, ohne Sachkunde ist verboten!

 

2. Asbestdemontage und Sanierung

Es sollten grundsätzlich zur Sanierung von Dachflächen Fachfirmen herangezogen werden, die eine Sachkunde für die Bestimmungen der „Technischen Regeln für GefahrenStoffe“ (TRGS 519) nachweisen können.

Lassen Sie sich unbedingt den Nachweis der Sachkunde vorlegen!

Jede Demontage von asbesthaltigen Flächen, muss bei der zuständigen Gewerbeaufsicht angemeldet werden.

Wurde Asbest festgestellt, beauftragen Sie bitte keine „Freunde oder Nachbarn“ mit der Sanierung.

Werden nicht alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen, kann die einst billige Sanierung eine nachträglich teure Sanierung nach sich ziehen, denn wenn z.B. bei der Sanierung in Räumen nicht richtig gearbeitet und dabei Fasern freigesetzt wurden, muss unter Umständen nachsaniert werden.

Der Sanierungserfolg wird über eine Kontrollmessung nach VDI 3492 Blatt 2, welche eine Asbestfaserkonzentration unter 500 Fasern/m³ Raumluft vorsieht, dokumentiert.

 

Fazit:

Wer hätte das gedacht, dass dieser Baustoff, der damals als „Wunderbaustoff“ bezeichnet wurde, solche gesundheitlichen Risiken und Probleme bei der Entsorgung mit sich bringt.

So verhält es sich mit vielen Materialien, die wir Heute als revolutionär ansehen. Sie können morgen schon ein Problem sein (siehe KMF).

Lassen Sie im Zweifelsfall in einem Labor eine Analyse auf Asbest machen.

Es handelt sich hier um keine große Sache, da bereits schon unter dem Mikroskop festgestellt werden kann, ob es sich in dem Fall um die Asbestfaser handelt oder nicht.