Fluchtwege 2017

Gepostet am 18. Jun 2017 in Allgemein, Arbeitssicherheit

Fluchtwege 2017 – Neuerungen in der ASR (Arbeitsstättenrichtlinie) –

Die ASR A2.3 ist die Technische Regel für Arbeitsstätten, die bislang am häufigsten geändert wurde.

Vermutlich ist sie unter den ASR auch diejenige, die am unmittelbarsten der Lebensrettung dient.

Flucht ist dieletzte Möglichkeit, die bleibt, wenn alles andere versagt.

Technische Regeln sind rechtlich nicht bindend, auch die ASR A2.3 nicht.

Es steht also jedem Arbeitgeber frei, eigene Lösungen zu finden und diese anstelle der Vorgaben einer  ASR umzusetzen.

 

Voraussetzung ist allerdings, dass er mit seinen eigenen Maßnahmen die gleiche Sicherheit und den gleichen

Gesundheitsschutz für seine Mitarbeiter erreicht.

Und zwar mindestens, wie es in der ASR A2.3 jetzt heißt.

Er darf also auch mehr Einsatz zeigen als er für richtig hält.

Geht ein Arbeitgeber dagegen nach der ASR vor, ist er auf der sicheren Seite.

Das drückte die ASR bislang so aus:

Er könne „die Vermutung der Einhaltung der Vorschriften für sich geltend machen“.

Jetzt heißt es verständlicher:

Er könne davon ausgehen, dass er „die entsprechenden Anforderungen der Verordnung erfüllt“.

Weitere Änderungen in der ASR A2.3

  • Die ASR A2.3 gilt nicht in Gebäuden, die nur zur Instandsetzung und Wartung betreten werden. Diese beiden Einschränkungen wurden jetzt differenziert:
  • Es zählen dazu auch Gebäude, die nur inspitziert werden oder den baulichen und technischen Zustand einer Arbeitsstätte erhalten. (Punkt 2)
  • Neu ist der Hinweis zum „Anhang A2.3“ der ASR V3a.2 „Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsstätten“, in dem es um die Anforderungen an Fluchtwege und Notausgänge geht, die für Menschen mit Behinderungen wichtig sind. (Punkt 2)
  • Der Begriff „Rettung“ wurde aus der Begriffsbestimmung des ersten Fluchtwegs und aus den Vorgaben zum Verlauf im Flucht- und Rettungsplan entfernt. (Punkte 3.1 und 9.3)
  • Räumungsübungen sollen jetzt überprüfen, ob betreffende Bereiche kurzfristig räumbar sind. (Punkt 3.7)
  • Die ASR A2.3 weist jetzt auf normale und erhöhte Brandgefährdung hin, um die Länge der Fluchtwegezu bestimmen. (Punkt 5.2)
  • Neu ist der Hinweis auf die ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“, die Brandgefährdungen definiert. (Punkt 5.2)
  • Die Personen, die manuell betätigte Türen in Notausgängen benutzen, sind jetzt klarer festgelegt: Es geht dabei um die „höchstmögliche Anzahl von Personen“. (Punkt 6.1)
  • Gefangene Räume durften bisher nur bei „geringer Brandgefährdung“ genutzt werden. Diese wird jetzt als eine „nicht mehr als eine normale Brandgefährdung“ bezeichnet. (Punkt 6.10)
  • Für Räumungsübungen sollten Sie sich bislang von den zuständigen Behörden beraten lassen. Jetzt müssen Sie sich selbst in den Rechtsvorschriften umsehen, etwa im Bauordnungsrecht, im Gefahrstoffrecht und im Immissionsschutzrecht. (Punkt 9.7)

 

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