Neues zum Thema „Löschdecken bei Fett- und Personenbränden“

Gepostet am 19. Dez 2017 in Arbeitssicherheit

LÖSCHDECKEN; wie wirksam sind sie eigentlich?

Eine neue DGUV-Information des Sachgebiets „Betrieblicher Brandschutz“ vom Mai 2017 warnt davor, die Einsatzmöglichkeiten von Löschdecken bei der Brandbekämpfung zu überschätzen. Demzufolge sind sie nicht geeignet, um Speiseöl- und Speisefettbrände wirksam und effektiv zu bekämpfen.

Auch beim Löschen von Personenbränden haben sich inzwischen große Bedenken ergeben.

Ein Forschungsbericht der BG Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) hat ergeben, dass ein effektives Ablöschen von Fettbränden bei Frittiereinrichtungen mittels Löschdecken nicht möglich ist. Außerdem besteht bereits beim Auflegen der Löschdecke eine erhebliche Verbrennungsgefahr für die Bedienperson, da das Feuer durch die Löschdecke durchschlagen kann.

Zur sachlichen Vervollständigung:

Auf europäischer Ebene ist die Norm DIN EN 1869 „Löschdecken“ noch existent, jedoch bezieht sich der Anwendungsfall nur auf Frittiereinrichtungen mit einer Füllmenge von max. 3 Liter. Das sind üblicherweise nur Geräte für den Hausgebrauch.

 Problematischer Einsatz auch bei Personenbränden

Auch beim Löschen von Personenbränden bringt der Einsatz von Löschdecken zusätzliche Gefahren für die rettende und die brennende Person mit sich. Wenn eine Person brennt, ist es ein Reflex, dass sie wegläuft und sich selbst zu retten versucht. Oft wehrt sich das Opfer sogar gegen den Einsatz der Löschdecke aus Angst, darunter zu verbrennen. Will jemand eine brennende Person mit einer Löschdecke ablöschen, muss er sie in die Decke einwickeln. Danach muss er die Decke möglichst andrücken, um das Feuer überall zu ersticken. Beim Andrücken der Decke werden aber brennende oder glühende Stoffteile intensiv auf die Haut gepresst, was zusätzliche schwere Brandverletzungen verursacht.
Wichtig:

Ergeben Ihre Gefährdungsbeurteilungen ein erhöhtes Risiko für einen Personenbrand, z. B. beim Umgang mit entzündbaren Flüssigkeiten, sollten Sie grundsätzlich für weitere technische, organisa-torische oder personenbezogene Maßnahmen und Ausrüstungen zur Personenbrandbekämpfung sorgen.

Dazu zählen z. B.

  • eine festinstallierte Notdusche,
  • das Vorhalten zusätzlicher, geeigneter Feuerlöscheinrichtungen, oder
  • das Tragen von geeigneter P-S-A bei Arbeiten mit höherem Brandrisiko
     

Fazit:

Löschdecken sind sowohl zur Bekämpfung von Speiseöl- und Speisefettbränden im gewerblichen und öffentlichen Bereich als auch bei Personenbränden nicht geeignet Das Löschen mit einem Feuerlöscher, unabhängig vom Gerätetyp des Feuerlöschers, ist wesentlich effektiver.

In Küchen sollten immer Feuerlöscher der Brandklasse F (nach der Europäischen Norm EN 2) bereitgehalten werden, die bei der Fettbrandbekämpfung am effektivsten sind.

Auch dürfen Sie Fettbrände auf keinen Fall mit Wasser löschen, da dieses schwerer ist als brennendes Fett. Bei einem Löschversuch mit Wasser würde das Löschwasser schnell im brennenden Fett absinken und verdampfen. Der entstehende Wasserdampf schießt dann explosionsartig nach oben und reißt das heiße Fett mit sich, wobei eine Stichflamme entsteht.

Eine unfallfreie Zeit wünscht Ihnen

Ihre

E N V I L E X