Photovoltaik – Lohnt es sich noch?

Gepostet am 4. Okt 2015 in Umwelt

Für Strom, den Eigenheimbesitzer mit einer heute installierten Anlage einspeisen, bekommen sie aktuell nur noch 12 ct/kWh.

Dazu schafft der Gesetzgeber neue Herausforderungen für die Anlagenbetreiber, wie die Beteiligung an der EEG-Umlage, Mindestmengen für den Eigenverbrauch oder Ausschreibungs- und Direktvermarktungsregeln.

Auf vielen Dächern glänzen zwar Solarmodule, aber es kommen nicht mehr so viele wie früher hinzu.

Aber, die Bundesregierung plant auch künftig mit Photovoltaik

Dennoch gibt es Privat- und Geschäftsleute, die sich für eine neue Photovoltaikanlage entscheiden.

Übrigens:

Das Dach muss nicht unbedingt nach Süden ausgerichtet sein. Auch Dächer mit einer Ausrichtung nach Osten und Westen sind sehr gut für Solaranlagen geeignet. Dabei wird vor allem in den Morgen- und Abendstunden Strom produziert, wenn die Menschen zuhause sind.

Zudem hat die Bundesregierung klar festgelegt. Bis 2050 sollen mindestens 80 %  unseres Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Heute liegt der Anteil bei rund 25 %.

Das Schlagwort heißt Eigenverbrauchsoptimierung

Das Ziel ist, den teuren Strom aus dem Netz durch den eigenen Strom zu ersetzen.

Der wirtschaftliche Vorteil einer eigenen Solarstromanlage liegt heutzutage sowieso im Eigenverbrauch.

Die Kosten der Stromerzeugung aus einer eigenen Photovoltaikanlage sind nur halb so hoch wie die Stromkosten, die Privathaushalte an Energieversorger bezahlen!

Betrachtet man über die letzten 10 Jahre hinweg die Strompreissteigerung so wird deutlich, dass sich die zukünftige Rendite von Photovoltaikanlagen nicht mehr ausschließlich aus der Einspeisevergütung erzielen lässt, sondern viel mehr über die Einsparung von zugekauften Strom.

Über die letzten 10 Jahre ist der Strompreis in Deutschland für Haushaltskunden durchschnittlich um 55% gestiegen. Eine Photovoltaikanlage macht Sie gegen steigende Stromkosten unabhängiger.

Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach können Hausbesitzer Strom günstiger produzieren, als wenn sie diesen beim Energieversorger beziehen.

Mit einem Stromspeicher lässt sich der Anteil dieses selbst verbrauchbaren Solarstroms auf bis zu 60% erhöhen.

Ein eigener Stromspeicher ist  also eine sinnvolle Ergänzung zur Photovoltaikanlage. Vor allem wenn man Solarstrom auch zu Zeiten nutzen will, in denen keine oder nur wenig Sonne scheint.

Aktuell sind die Kosten für eine Batterie noch recht hoch.

Trotz der noch hohen Preise wurden in den vergangen zwei Jahren bereits mehr als jede 8. in Deutschland neu installierte Photovoltaikanlage mit einem Speicher ausgeliefert – Tendenz steigend.

Förderung von Stromspeichern

Um die Verbreitung und die Weiterentwicklung von Haushaltsspeichern zu erhöhen, hat das Bundesumweltministerium im Jahr 2013 ein finanzielles Förderprogramm ins Leben gerufen, das gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umgesetzt wird.

Die Förderung kann erhalten,

* wer eine neue Solaranlage gleich zusammen mit einem Stromspeicher in Betrieb nimmt

* falls der Stromspeicher zu einer bestehenden Solaranlage nachgerüstet wird

Gefördert werden neue Stromspeicher für kleinere und mittlere Solaranlagen

Bedingungen, die erfüllt werden müssen, um die Förderung in Anspruch nehmen zu können:

  • Es werden nur neue Stromspeicher gefördert.
    Eigenbauten, Prototypen oder gebrauchte Geräte sind von der Förderung ausgeschlossen.
  • Der Speicher muss an eine Photovoltaikanlage angeschlossen sein, welche sich in Deutschland befindet, ab 2013 in Betrieb ging und deren Leistung maximal 30 kWp beträgt.
  • Die Förderung beantragen können natürliche Personen (Privathaushalte), Unternehmen, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden, Freiberufler, landwirtschaftliche Unternehmen und        gemeinnützige Einrichtungen, die einen erzeugten Strom einer Photovoltaikanlage ganz oder         teilweise ins Netz einspeisen.

Sogenannte Inselanlagen werden nicht gefördert.

  • Gefördert wird nur ein Stromspeicher pro Photovoltaikanlage.
  • Der Hersteller des Speichers muss eine 7-jährige Zeitwertersatzgarantie abgeben, also bei einem Ausfall dem Eigentümer den Restwert des Gerätes ersetzen.
  • Der Speicher muss mindestens 5 Jahre lang zur Zwischenspeicherung von Solarstrom betrieben werden.
  • Die Inbetriebnahme des Speichers muss durch eine geeignete Fachkraft erfolgen.
  • Der Speicher muss das Netz entlasten

Intelligente Stromspeicher sind heute in der Lage, den Strom genau dann zu speichern, dass eine Abregelung der Anlage so gut wie nicht notwendig ist.

Wie kommt man nun zu dem zinsgünstigen Kredit?

Die Beantragung erfolgt über Banken und Sparkassen.

Ganz wichtig ist, dass die Förderung beantragt wird, bevor der Fachbetrieb den Auftrag erhält.

Welche Arten von Stromspeichern gibt es, und wie funktionieren sie?

Der Stromspeicher wird immer dann geladen, wenn die Photovoltaikanlage mehr Strom erzeugt als im Moment im Haus gebraucht wird. Wenn auch der Speicher voll ist, wird der überschüssige Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Für diesen Teil erhalten Sie vom Netzbetreiber dann eine Einspeisevergütung.

Wenn Sie mehr Strom benötigen, als die Solaranlage produziert, wird zuerst die Batterie wieder entladen.

Erst danach müssen Sie Strom aus dem Netz beziehen.

Für einen 4-Personen-Haushalt ist dies im Durchschnitt ein Speicher mit 3 bis 8 kWh

Etwa so viel Strom, wie am Abend und nachts verbraucht wird. So können Stromspeicher den Eigenverbrauch an Photovoltaikstrom von rund einem Drittel auf bis zu 60 Prozent steigern.

Bei den Batteriesystemen haben sich zwei PV-Speichertechnologien durchgesetzt:

Es gibt flüssige Blei-Säure-Batterien, Blei-Gel- und Blei-Vlies-Akkus.

Blei-Batterien sind in der Anschaffung preiswerter aufgrund der günstigen Rohmaterialien, allerdings ist der Wirkungsgrad mit 80-85% niedriger und ihre Lebensdauer deutlich kürzer.

Darüber hinaus ist die Selbstentladung mit 5-10% pro Monat relativ hoch.

Bei hochwertigen Lithium-Ionen-Batterien werden 5.000 Ladezyklen

bzw. eine Lebensdauer von 20 Jahren erwartet.

Ihr Wirkungsgrad liegt bei 90-95% und die Selbstentladung bei unter 1% pro Monat.

Durch ihre höhere Energie- und Leistungsdichte sind sie platzsparend bei der Aufstellung.

Aufgrund teurerer Komponenten und dem aufwändigen Batteriemanagement liegen die Anschaffungskosten über denen von Blei-Batterien.

Allerdings relativieren sich diese Kosten durch die geringeren Wartungskosten, den besseren Wirkungsgrad und der längeren Lebensdauer.

Übrigens:

Am 15. September 2015 startet das neue Förderprogramm 10.000-Häuser- Programm des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi).

Es richtet sich an Bürgerinnen und Bürger und fördert die energetische Ertüchtigung von Privathäusern.

Zu unterscheiden sind die zwei Teile „Heizungstausch“ und „EnergieSystemHaus“.

Ihr ENVILEX Umwelt-Team

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