Psychische Gefährdungen/Belastungen

Gepostet am 2. Aug 2016 in Allgemein

Darum wird die Prävention psychischer Fehlbelastungen immer wichtiger

Psychische Fehlbelastungen am Arbeitsplatz wurden lange nicht ernst genommen oder sogar belächelt. Dieses Denken hat sich in den letzten Jahren gewandelt.

Grund ist die wachsende Zahl psychisch angeschlagener Mitarbeiter.

Auch der Gesetzgeber hat reagiert, weitere Verschärfungen werden diskutiert.

Arbeitgeber und Vorgesetzte, die psychische Beeinträchtigungen immer noch als unwichtig abtun, sind blind gegenüber der Relevanz für Ihr Unternehmen.

Hier einige handfeste Argumente dafür, die Beurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz nicht länger zu vernachlässigen.

  1. Psychische Gefährdungen zu ermitteln ist Pflicht
    Seit 1996 gilt das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Es fordert, dass jedes Unternehmen Gefährdungs-beurteilungen für seine Arbeitsplätze durchführen muss. Diese Bewertung der Arbeitsbedingungen soll sowohl körperliche als auch psychische Belastungen erfassen.

In der jüngsten Änderung des ArbSchG wurde die Formulierung hinsichtlich seelischer Risiken ver-schärft und präzisiert.

Seit Oktober 2013 heißt es in § 4 ArbSchG:

„Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird.“

  1. Wer psychische Fehlbelastungen vermindert, senkt seinen Krankenstand
    Unabhängig von den genannten Vorschriften gibt es überzeugende Gründe, das Thema psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ernst zu nehmen. Denn die Statistiken der Kranken- und Unfallkassen überbieten sich mit immer dramatischeren Zahlen zu den Krankmeldungen mit psychischen Ursachen.
  2. Psychische Fehlbelastungen sind ein Sicherheitsrisiko
    Mitarbeiter mit psychischen Fehlbelastungen oder gar Erkrankungen sind schon allein deshalb ein Thema für den Arbeitsschutz, weil sie Risiken erhöhen.

Wer z. B. am Burnout leidet oder wer gemobbt wird, ist weniger aufmerksam und weniger leistungsfähig.

Die Konzentration lässt nach bzw. fokussiert sich auf das Umfeld statt auf die Tätigkeit. Fehlerquoten werden höher, das Risiko für Arbeitsunfälle steigt.

  1. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen ist machbar
    Der Gesetzgeber schreibt vor, dass man psychische Gefährdungen erfassen und bewerten muss.

Er sagt jedoch nicht, wie man dabei vorgehen soll.

Leider fehlen auf diesem Gebiet (noch) feste Standards.

Es gibt keine den Arbeitsplatzgrenzwerten vergleichbare „technischen“ Messgrößen, die eine Bewertung erleichtern würden.

Die gute Nachricht:

Es bedarf weder eines Psychologiestudiums noch eines teuren Messapparates, um psychische Risiken zu ermitteln.

Sie benötigen ein offenes Auge, ein offenes Ohr und kommunikative Fähigkeiten.

Diese Kompetenzen sollte eine Fachkraft für Arbeitssicherheit mitbringen.

Im Mittelpunkt der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen steht der Mensch.

Das bedeutet, man muss mit den Menschen reden.

Eine unfallfreie Zeit wünscht
das ENVILEX-Team