UNTERWEISUNG GEFAHRSTOFFE

Gepostet am 26. Mrz 2019 in Allgemein, Arbeitssicherheit

Werden in Ihrem Betrieb Gefahrstoffe hergestellt, verwendet, gelagert, transportiert oder entsorgt, müssen Sie Ihre Mitarbeiter über die Gefahren und Schutzmaßnahmen aufklären. Dies müssen Sie in der jährlichen Gefahrstoffunterweisung tun.

Die Gefahrstoffunterweisung ist unumgänglich, weil jeder Mitarbeiter im Betrieb, der mit Gefahrstoffen umgeht, deren spezifische Gefährlichkeit und die dazugehörigen Schutzmaßnahmen kennen muss.

Außerdem ist die Gefahrstoffunterweisung gesetzlich gefordert

Gemäß § 14 Abs. 2 Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) muss der Arbeitgeber sicherstellen, dass seine Beschäftigten „anhand der Betriebsanweisung (…) über alle auftretenden Gefährdungen und entsprechende Schutzmaßnahmen mündlich unterwiesen werden.“ 

Dieser Satz ist besonders wichtig und weist zudem den Unternehmer auf 2 zentrale Verpflichtungen hin:

• Zu Gefahrstoffen muss eine Betriebsanweisung vorliegen! 

   Deren Mindestanforderungen sind in der GefStoffV genannt.

• Die Unterweisung zu Gefahrstoffen muss mündlich erfolgen. 

   Die Unterweisungspflicht kann nicht allein an eine Software delegiert werden.

Außerdem schreibt die GefStoffV eine „allgemeine arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung“ als Teil der Unterweisung vor. Die Gefahrstoffunterweisung muss vor Aufnahme der Beschäftigung erfolgen und mindestens einmal pro Jahr wiederholt werden. Zeitpunkte und Inhalte sind mit Unterschrift der Teilnehmer schriftlich festzuhalten.

Was sind alles Gefahrstoffe?

Unter Gefahrstoffen stellen sich viele Menschen ätzende Säuren oder hochexplosive Chemikalien vor. 

Es sind aber auch viele ganz andere Substanzen, mit denen wir im Alltag und am Arbeitsplatz in Kontakt kommen, die unter Gefahrstoffe fallen.

Nur weil eine Chemikalie in einer Drogerie oder im Baumarkt frei erhältlich ist oder in einer Werkstatt oder auf einer Baustelle eingesetzt wird, bedeutet das noch lange nicht, dass sie ungefährlich ist. 

Dazu gehören neben Benzin oder Schweißrauche auch viele Inhaltsstoffe in Haushaltsprodukten wie Reinigungsmittel, Entkalker, Farben oder Klebstoffe. 

Um diesem Trugschluss vorzubeugen, müssen Gefahrstoffe bzw. gefahrstoffhaltige Produkte mit Warnsymbolen und Warnhinweisen gekennzeichnet werden.

3 Punkte, die in jeder Gefahrstoffunterweisung besprochen werden sollten

1. Die Betriebsanweisung für Gefahrstoffe

In der Betriebsanweisung stehen wichtige Punkte, über die im Rahmen der Unterweisung gesprochen werden muss. 

Besonders folgende Themen sollten in der Unterweisung auch behandelt werden:

• Hinweise auf neue oder geänderte Betriebsanlagen, Arbeitsmittel, 

   Arbeitsverfahren und Arbeitsschutzvorschriften

• Verwendungsbeschränkungen, Verwendungsverbote, Beschäftigungsbeschränkungen

   Beschäftigungsverbote (insbesondere für besondere Personengruppen wie Frauen im

   gebärfähigen Alter, werdende und stillende Mütter oder Jugendliche) 

• Erfahrungen und Schlussfolgerungen aus aktuellen Unfallereignissen mit Gefahrstoffen.

2. Gefahrstoffinformationen

Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über das Gefahrstoffverzeichnis. 

Ein Betrieb der mit Gefahrstoffen umgeht, muss über ein Gefahrstoffverzeichnis verfügen und das Gefahrstoffverzeichnis muss für die Mitarbeiter zugänglich sein.

Im Gefahrstoffverzeichnis sind Namen der verwendeten Gefahrstoffe, deren gefährliche Eigenschaften, Lagerorte usw. vermerkt. 

Im Rahmen der Unterweisung muss auch eine allgemeine arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung durchgeführt werden. Soweit aus arbeitsmedizinischen Gründen notwendig, sollte dieser Teil der Unterweisung durch den jeweiligen Betriebsarzt durchgeführt werden.

3. Verhaltensregeln

Bei der Sicherheitsunterweisung geht es nicht nur um die gefährlichen Eigenschaften von Gefahrstoffen. Es muss den Mitarbeitern auch erklärt werden, wie sie ihre Arbeitsaufgabe unter Beachtung nötiger Schutzmaßnahmen ausführen. 

Hierzu gehören auch Hinweise und Anweisungen zum sicheren technischen Ablauf des Arbeitsverfahrens, wie beispielsweise die Kontrolle von Füllstandsanzeigen oder die Beachtung der Warneinrichtungen und letztendlich auch die richtige Benutzung der vorgeschriebenen PSA.

Aufbau einer Gefahrstoffunterweisung

  • Definition von Gefahrstoffen
  • die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Gefahrstoffen
  • die verschiedenen Aufnahmewege (Einatmen, Verschlucken, über die Haut)
  • wie sind Gefahrstoffe gekennzeichnet  
  • was kann man aus den Kennzeichen auf dem Gefahrstoffetikett ablesen 
  • wie werden Gefahrstoffe am Arbeitsplatz aufbewahrt
  • was bedeuten die Lagerklassen und die Zusammenlagerungstabelle
  • welche Informationen kann man einem Sicherheitsdatenblatt entnehmen
  • welche PSA wird vorgegeben
  • wo findet man Sicherheitsregeln in der Betriebsanweisung
  • was muss man bei der Entsorgung gefährlicher Stoffe beachten

Und ganz wichtig:

Die Unterweisung ist zu dokumentieren!

Eine unfallfreie Zeit wünscht

         E N V I L E X

Arbeitssicherheit-Umwelt

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