Gepostet im November, 2020

Unfall im Homeoffice – versichert JA/NEIN?

Gepostet am 20. Nov 2020 in Arbeitssicherheit

Viele Beschäftigte arbeiten aktuell im Homeoffice. Passiert dort ein Unfall, stellt sich sofort die Frage:

Bin ich über die BG unfallversichert oder nicht?

Beschäftigte sind im Homeoffice grundsätzlich gesetzlich unfallversichert. Dabei ist es egal, ob der Arbeitsplatz ein separater Raum ist oder nur eine Ecke in einem Zimmer.

Ein Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit ist ein Arbeitsunfall!

Maßgeblich ist dabei nicht unbedingt der Ort der Tätigkeit, sondern die Frage, ob die Tätigkeit in einem engen Zusammenhang mit der beruflichen Aufgabe steht.

Das Bundessozialgericht spricht hier von der „Handlungstendenz“.

Interessanter sind die Tätigkeiten, die nicht versichert sind, denn Unfälle im Homeoffice gelten nur in einem sehr engen Rahmen als Arbeitsunfall.

Nicht versichert sind alle Wege die zum privaten Lebensbereich zählen.

Zum Beispiel wenn jemand vom häuslichen Arbeitszimmer mit seinem Notebook auf die Terrasse oder in den Garten umzieht und sich dabei verletzt.

Oder wenn jemand die Treppe hinunterfällt weil er eine private Paketsendung entgegennehmen wollte.

Diese Unfälle zählen eindeutig zu den Gefahren der Privatwohnung und deren Umfeld.

Folglich besteht KEIN Versicherungsschutz über die BG!

Anders verhält es sich, wenn der/die Versicherte aus dem Homeoffice in ein anderes Zimmer geht um sich einen „Dienst-USB-Stick“ zu holen und dabei stürzt. Dieser Weg ist über die BG unfallversichert.

Das wäre auch der Fall, wenn der/die Versicherte aus dem häuslichen Badezimmer zum klingelnden Diensthandy läuft und sich dabei verletzt.

Zugegeben, die Abgrenzung zwischen versicherter und unversicherter Tätigkeit ist gerade im Homeoffice nicht einfach und muss im Einzelfall betrachtet werden.

Sollte bei einem Unfall im Homeoffice der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung (BG) also nicht greifen, so tritt die gesetzliche Krankenkasse ein.

     Eine unfallfreie Zeit

   wünscht das Team der

        E N V I L E X

Umwelt-Arbeitssicherheit

Mehr

Tragezeitbegrenzung bei FFP2/FFP3 Masken

Gepostet am 19. Nov 2020 in Arbeitssicherheit

Wie lange dürfen FFP2/FFP3-Masken maximal getragen werden?

Wie lange muss der Erholungszeitraum oder eine Pause sein?

In der aktuellen Situation stellen Betriebe vom einfachen Mund-Nase-Schutz oftmals auch ohne nachvollziehbarem Grund auf FFP2-Masken um. Mit verbunden mit dieser Umstellung ist jedoch die Einhaltung sogenannter Tragezeiten.

In der Gefährdungsbeurteilung müssen sowohl beim Tragen von Mund-Nasen-Schutz (MNS) als auch bei der Nutzung von FFP-Masken Zeiträume zur Erholung und Pausen eingeplant werden.

Mehr

Ersatzstoffprüfung von Gefahrstoffen 

Gepostet am 18. Nov 2020 in Arbeitssicherheit

November 2020

3 Fragen, die Sie als gewerblicher Nutzer von Gefahrstoffen im Auge behalten sollten

  1. Ist bei Gefahrstoffen die Substitutionsprüfung Pflicht?
  2. Wenn Ja für alle Gefahrstoffe?
  3. In welchen Intervallen muss geprüft werden?

 

Zu 1

Der Umgang mit Gefahrstoffen unterliegt den Bestimmungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). Generell gilt, dass der Arbeitgeber eine Tätigkeit mit Gefahrstoffen erst aufnehmen lassen darf, nachdem eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen wurde und die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen wurden (§ 7 „Grundpflichten“ Abs. 1 der GefStoffV).

Die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung beinhaltet auch die Möglichkeit einer Substitution.

Nach § 7 Absatz 3 hat der Arbeitgeber auf der Grundlage des Ergebnisses der Substitutionsprüfung nach § 6 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 vorrangig eine Substitution durchzuführen.

Er hat Gefahrstoffe oder Verfahren durch Stoffe, Gemische oder Erzeugnisse oder Verfahren zu ersetzen, die unter den jeweiligen Verwendungsbedingungen für die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten nicht oder weniger gefährlich sind.

Konkretisiert werden die Anforderungen der GefStoffV in der TRGS 600.

Dort findet sich im Anlage 1 auch ein Ablaufschema Substitution, sowie verschiedene Beispiele.

Zu 2

Lediglich wenn eine geringe Gefährdung vorliegt, kann auf diese verzichtet werden. Dies muss aber in der Gefährdungsbeurteilung festgestellt werden

 

Zu 3

Wiederholung Substitutionsprüfung

Eine konkrete Frist zur Wiederholung der Ersatzstoffprüfung – Substitution – findet sich weder in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) noch in der TRGS 600 „Substitution“.

Jedoch ist die Ersatzstoffprüfung nach § 6 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 Teil der Gefährdungsbeurteilung. Nähere Informationen finden sich in § 7 Absatz 3 GefStoffV. Die Gefährdungsbeurteilung muss nach TRGS 400 „Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ Punkt 3.1 Absatz 3 in regelmäßigen Abständen oder aus gegebenem Anlass überprüft und ggf. aktualisiert werden.

 

Gegebene Anlässe für eine Überprüfung können sein:

  • Ergebnisse aus der regelmäßigen Wirksamkeitsüberprüfung von Schutzmaßnahmen nach Nummer 7

 

  • Neue Erkenntnisse zu gefährlichen Stoffeigenschaften (z.B. Einstufung und Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt, TRGS 905 „Verzeichnis krebserzeugen-der, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe“, TRGS 906 „Verzeichnis krebserzeugender Tätigkeiten oder Verfahren“ und TRGS 907 „Verzeichnis sensibilisierender Stoffe“),

Somit ist spätestens bei der regelmäßigen Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung, eine Ersatzstoffprüfung durchzuführen.

 

 

      Eine unfallfreie Zeit

   wünscht das Team der

        E N V I L E X

Umwelt-Arbeitssicherheit

Mehr