DAS SICHERHEITSDATENBLATT

Gepostet am 14. Apr 2020 in Allgemein, Arbeitssicherheit

DAS SICHERHEITSDATENBLATT                                                                                                    Ein „KANN“ oder  ein „MUSS“

Viele Menschen gehen tagtäglich oder gelegentlich, beruflich bedingt, mit Gefahrstoffen um.

Doch aus welchem Gesetz oder aus welcher Verordnung ergibt sich die Pflicht für ein Sicherheitsdatenblatt und wer muss diese Informationen bereitstellen?

Die Fragestellung beinhaltet genau betrachtet zwei Adressaten.

Die Pflicht für die Bereitstellung eines Sicherheitsdatenblattes besteht

für den Lieferanten oder Inverkehrbringer des Stoffes oder Gemischs

und

für den gewerblichen Verwender des Stoffes oder Gemischs (=Arbeitgeber).

Adressat 1: Lieferant / Inverkehrbringer 

Die REACH-Verordnung fordert, dass der Lieferant eines Stoffes oder einer Zubereitung dem Abnehmer ein Sicherheitsdatenblatt zu Verfügung stellt [1]. In welcher Form dies geschehen muss ist im Anhang II geregelt. Außerdem muss das Sicherheitsdatenblatt in Landessprache des Abnehmers abgefasst sein [2]. Ein Verstoß gegen eine dieser Bestimmungen kann mit einem Bußgeld geahndet werden [3].

Darüber hinaus beschreibt die ECHA-Leitlinie zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern klar und deutlich, dass die Verantwortlichkeit für den Inhalt eines SDB in allen Fällen beim Lieferanten des Sicherheitsdatenblattes liegt – auch dann, wenn dieser das Sicherheitsdatenblatt nicht selbst erstellt hat [8].

Adressat 2: Arbeitgeber als Endanwender / Verwender

Der Arbeitgeber hat seinen Arbeitnehmern, die Umgang mit einem Gefahrstoff bzw. einem als gefährlich eingestuften Gemisch haben, Zugang zu Informationen zu gewähren, die einen sicheren Umgang mit dem Stoff ermöglichen und auf dessen Gefahren hinweisen [4].

Zu diesen Informationen gehört auch das Sicherheitsdatenblatt (incl. einer Gefahrstoff-Betriebsanweisung) [5]. Ein Verstoß gegen diese Pflicht kann ebenfalls mit einem Bußgeld geahndet werden [6+7].

In der TRGS 400 (Technische Regel für Gefahrstoffe) wird das Sicherheitsdatenblatt als wichtigste Informationsquelle für die Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Stoffen oder Gemischen genannt [9].

Darüber hinaus besteht die Pflicht, Sicherheitsdatenblätter auf offensichtlich unvollständige, widersprüchliche oder fehlerhafte Angaben zu überprüfen [10].

Fazit:

Daraus lässt sich direkt ableiten, dass zum jeweiligen Gefahrstoff ein Sicherheitsdatenblatt vorliegen MUSS!

    Eine unfallfreie Zeit

   wünscht das Team der

        E N V I L E X

Umwelt-Arbeitssicherheit

Quellen:
[1] REACH-Verordnung, Artikel 31, Abs. 1
[2] REACH-Verordnung, Artikel 31, Abs. 5
[3] ChemSanktionsV, § 6, Abs. 1, Nr. 12 mit ChemG, § 26, Abs. 1, Nr. 11, Satz 1
[4] REACH-Verordnung, Artikel 35[5] REACH-Verordnung, Artikel 31 und Artikel 32
[5] TRGS 555
[6] ChemSanktionsV, § 6, Abs. 1, Nr. 19 mit ChemG, § 26, Abs. 1, Nr. 11
[7] ChemG, § 26, Abs. 2
[8] ECHA, Leitlinien zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern, Abschnitt 2.2
[9] TRGS 400, Kapitel 5, Abschnitt 1, Satz 1
[10] TRGS 400, Kapitel 5, Abschnitt 1, Satz 2