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ELEKTROSTATISCHE LADUNGEN IN GEFAHRENBEREICHEN

Gepostet am 5. Mrz 2019 in Arbeitssicherheit

Foto: H. Gäck

Zündquellen durch elektronische Ladungen TRGS 727

An Verarbeitungsstandorten für entzündliche und brennbare Produkte werden durch den Fluss von Gasen, Schüttgütern, Flüssigkeiten und Feststoffen mit hoher Wahrscheinlichkeit elektrostatische Ladungen erzeugt – beispielsweise durch Füllen und Entleeren von Behältern, Umpumpen, Rühren oder Mischen von Flüssigkeiten. 

Aufgrund ihres hohen Gefahrenpotentials gelten elektrostatische Ladungen als mögliche Zündquelle in potentiell entzündlichen und brennbaren Atmosphären. 

Die wirksamste und in der Praxis am besten durchführbare Methode für die Verhinderung eines Brandes oder einer Explosion durch elektrostatische Ladungen besteht darin, von vornherein auszuschließen, dass sich Geräte und Anlagen, Fahrzeuge oder auch Personen elektrostatisch aufladen.

Die TRGS 727 gibt hier den Stand der Technik wieder

Danach sind in explosionsgefährdeten Bereichen grundsätzlich nur leitfähige oder ableitfähige Gegenstände oder Einrichtungen zu verwenden. Die Erdungspflicht gilt aber auch für Personen sowie für leitfähige oder ableitfähige Medien, z.B. Flüssigkeiten oder Schüttgüter

Die Erdung und der Potenzialausgleich müssen zuverlässig und dauerhaft sein und den zu erwartenden Beanspruchungen, insbesondere durch Korrosion, standhalten

Einrichtungen zur Erdung und zum Potenzialausgleich so auszuführen und zu erhalten, dass sie ihre Funktion erfüllen, Mängel schnell erkannt werden können, sie den elektrischen, mechanischen und korrosiven Beanspruchungen standhalten, bzw. sie bei Verwendung von Klemmen, Lack- und Rostschichten oder auch Folien von Einstellsäcken durchdringen können.

Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass elektrisch leitende Anlagenteile (inklusive mobilen Anlagenteilen, Personen und Fahrzeugen) mit einer „Erdungsquelle“, die durch Überprüfung als verifizierter Erdungspunkt ausgewiesen wurde, verbunden werden. 

Ein solcher Erdungspunkt verfügt über eine Verbindung mit der Erdmasse und leitet elektrostatische Ladungen von den Anlagenteilen zur Erde hin ab. 

Die Verbindung von Metallteilen zum Erdungspunkt soll einen Widerstandswert von maximal 10 Ohm besitzen (siehe IEC 60079-32-1 Abschnitt 13.3.1.4 Mobile Metallteile).

Um ausreichenden Schutz vor elektrostatischen Zündungen zu gewährleisten, müssen Prozessanlagen wirksam geerdet werden. 

Dazu stehen Systeme zur Verfügung, die sich in 3 Sicherheitsstufen einteilen lassen. 

1.Passive Erdung

Oft erfolgt die Erdung mittels einadriger, passiver Erdungssysteme. Diese bestehen in der Regel aus einem Erdungskabel und Klemmstücken, welche den Kontakt zwischen Objekt und Erdungspunkt herstellen.

Vorteile

Preisgünstig in der Anschaffung

Ausreichend für viele Standard-Anwendungen

Nachteil

Wiederholte eigenständige Prüfung und Überwachung der Erdungsverbindung notwendig

2.Aktive Erdung mit Überwachung

Aktive Erdungssysteme mit Statusanzeige überwachen die Verbindung mit dem von elektrostatischer Aufladung bedrohten Objekt und signalisieren den Mitarbeitern optisch.

Wenn die Anzeige auf grün schaltet, wissen die Mitarbeiter, dass sie den Prozess gefahrlos durchführen können. 

Vorteile

Hoher Schutz vor elektrostatischen Zündgefahren durch permanente Überwachung und optische Anzeige der sicheren Verbindung

Sicherheit für den Mitarbeiter          

Zeit- und Kostenersparnis durch reine Sichtprüfung des Kontaktes

Nachteil

Keine automatische Verriegelungsfunktion bei automatisierten Prozessen

3.Aktive Erdung mit automatisierter Prozesssteuerung

Neben einem überwachten Erdungskreis bieten einige Erdungssysteme die Möglichkeit der Interaktion mit dem Prozess, wie z.B. Pumpen, Schieber, Rührer oder Mischwerke. 

Die angeschlossenen Geräte werden erst freigegeben, wenn eine intakte Verbindung mit einem maximalen Widerstandswert von 10 Ohm vorliegt. Diese Verbindung und der Widerstandswert werden kontinuierlich überwacht.

Wird eine unzureichende Verbindung des Anlagenteils registriert, so kann durch das entsprechende Signal des Erdungssystems der Prozess gestoppt werden. 

Vorteile

Höchstmaß an Sicherheit für automatisierte Prozesse        

Sicherheit für den Mitarbeiter          

Automatisierte Prozessfreigabe bei intakter, Stoppfunktion bei unzureichender Verbindung

Nachteil

Rein stationärer Einsatz, höherer Installationsaufwand

Gefährdungsbeurteilung

Bei der Auswahl des geeigneten Erdungssystems sollten sich Betreiber an ihrer Gefährdungsbeurteilung orientieren.  

Betriebsanweisung

Für Arbeiten zur Erdung und zum Potenzialausgleich in explosionsgefährdeten Bereichen muss eine eigene Betriebsanweisung vorliegen (siehe auch §14 GefStoffV)

Unterweisung

Personen die in diesen Bereichen arbeiten, müssen entsprechend unterwiesen werden, so dass sie die zur Erdung und zum Potenzialausgleich vorgesehenen betrieblichen Einrichtungen kennen und bestimmungsgemäß anwenden können 

Wiederkehrende Prüfung

Einrichtungen zur Erdung und zum Potenzialausgleich sind regelmäßig zu prüfen (durch zur Prüfung befähigte Personen)

Es liegt hier in der Pflicht des Betreibers, die Erdungsanlagen regelmäßig auf ihre Sicherheit zu überprüfen. Das beinhaltet auch die Widerstands-Überprüfung im Ableitpfad.

Eine unfallfreie Zeit wünscht

         E N V I L E X

Arbeitssicherheit-Umwelt

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MUTERSCHUTZ AM ARBEITSPLATZ

Gepostet am 4. Mrz 2019 in Arbeitssicherheit

Änderungen bei der Gefährdungsbeurteilung

Nach dem Mutterschutzgesetz müssen alle Gefährdungsbeurteilungen Ergänzungen zu möglichen Risiken für schwangere und stillende Frauen enthalten. 

Vorgeschrieben ist das auch, wenn zum Zeitpunkt der Prüfung keine weiblichen Beschäftigten in dem Betrieb arbeiten.

Das sieht das Gesetz zum Schutz von Müttern bei der Arbeit, in der Ausbildung und im Studium (Mutterschutzgesetz – MuSchG) vor, das bereits zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten ist.

Nach §10 Abs. 1 MuSchG müssen Arbeitgeber jetzt alle Gefährdungsbeurteilungen im Betrieb um mögliche auftretende Risiken für werdende oder stillende Mütter ergänzen. 

Die generelle Beurteilung der Arbeitsbedingungen muss grundsätzlich auch dann erfolgen, wenn der Arbeitgeber zum Zeitpunkt der Prüfung keine weiblichen Beschäftigten hat.

Wenn die möglichen Gefährdungen für schwangere oder stillende Frauen bekannt sind, kann im Falle einer tatsächlich eintretenden Schwangerschaft schnell gehandelt werden kann: 

„Sobald eine Frau dem Arbeitgeber mitgeteilt hat, dass sie schwanger ist oder stillt, hat der Arbeitgeber unverzüglich die nach Maßgabe der Gefährdungsbeurteilung nach Absatz 1 erforderlichen Schutzmaßnahmen festzulegen“, heißt es in §10 Abs. 2 MuSchG.

Wenn ein Arbeitgeber „eine Gefährdung nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig beurteilt oder eine Ermittlung nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig durchführt“, handelt er seit dem 1. Januar 2019 ordnungswidrig. 

Es können bis zu 5.000 Euro Bußgeld fällig werden (§ 32, Abs. 1 Nr. 6 MuSchG).

Eine unfallfreie Zeit wünscht

         E N V I L E X

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Neuer Grenzwert für Staub am Arbeitsplatz

Gepostet am 13. Feb 2019 in Allgemein, Arbeitssicherheit

Neuer Grenzwert für Staub am Arbeitsplatz
Foto: Horst Gäck 2019

Gibt es in Ihrem Unternehmen Arbeitsplätze mit Staubbelastung? 

Dann ist Ihnen der Allgemeine Staubgrenzwert (ASGW) bekannt.

Für Tätigkeiten, bei denen ein Unternehmen den Staubgrenzwert für A-Stäube von 1,25 mg/m³ nachweislich nicht einhalten kann (bislang noch zulässiger Beurteilungsmaßstab von 3,0 mg/m³ als Schichtmittelwert), galt eine Übergangsfrist . 

Diese Übergangsfrist gilt seit 1.1.2019 nicht mehr! 

Warum kann Staub gefährlich sein?

Stäube sind ein Dauerthema in der betrieblichen Sicherheit. 

Neben den Brand- und Explosionsgefahren stehen dabei die Gesundheitsgefährdungen durch das Einatmen im Mittelpunkt. 

Als besonders gefährlich sind die kleinsten Staubpartikel, die sogenannten A-Stäube (alveolengängige Stäube). Sie können bis in die feinsten Verästelungen und in die Lungenbläschen (Alveolen) eindringen und dort Krebs auslösen. Die Krebsgefahr besteht auch dann, wenn die staubende Substanz selbst nicht als toxisch oder gesundheitsgefährlich gilt (z.B. Holzstäube).

Die TRGS 504 legt den Staubgrenzwert fest

Bereits im Juni 2018 veröffentlichte der Ausschuss für Gefahrstoffe eine neue Technische Regel zum Umgang mit Stäuben (TRGS 504). 

Die neue TRGS 504 „Tätigkeiten mit Exposition gegenüber A- und E-Staub“ senkt den ursprünglichen Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für die kleinsten Staubpartikel (A-Staub) herab von 3 mg/m³ auf nun 1,25 mg/m³.

Was müssen Sie tun?

Haben Sie in ihrem Unternehmen Arbeitsplätze mit Staubbelastung?

Dann sprechen Sie mir Ihrer SiFa und passen Sie Ihre Gefährdungsbeurteilungen entsprechend an.

Eine unfallfreie Zeit wünscht

         E N V I L E X

Arbeitssicherheit-Umwelt

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Gefahrstofflagerung am Arbeitsplatz

Gepostet am 13. Jan 2019 in Arbeitssicherheit

Jan 2019

Lagerung von Gefahrstoffen am Arbeitsplatz (TRGS 510)

In Betrieben gibt es immer wieder Fragen rund um das Lagern von Gefahrstoffen am Arbeitsplatz. Zwei, wie wir meinen wichtige Fragen, möchten wir Ihnen heute beantworten.

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Lüften am Arbeitsplatz

Gepostet am 3. Jan 2019 in Arbeitssicherheit

Januar 2019

Schlechte Luft am Arbeitsplatz

Besonders in den kälteren Monaten, wenn die Fenster geschlossen sind, wird die Innenraumluft an Arbeitsplätzen zu einem wichtigen Faktor für Gesundheit und das Wohlbefinden. Kaum ist der Sommer vorbei und die ersten kalten Tage kommen, geht in vielen Betrieben der Streit ums Heizen und Lüften los.

Aber wie kann man richtig Lüften?

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